Stacks Image 319
Das im Jahre 1932 erbaute Instrument der Münchner St. Lukas Kirche ist eine echte Rarität: Versehen mit einem neo-barocken Rückpositiv verkörpert der 74 Register umfassende Klangkörper mit elektro-pneumatischer Traktur dennoch die romantische Phase des Orgelbaus in ausladender grundtöniger Abstimmung. Es grenzt an ein Wunder, dass die Steinmeier-Orgel die Orgelbewegung nahezu unbeeinflusst überstanden hat.
Für den Einsatz in Konzerten konzipierte der Orgelbauer Markus Harder-Völkmann einen futuristischen Spieltisch mit modernen Spielhilfen, wie Setzer und frei programmierbarem Crescendo-Pedal. Voraussetzung für die transparente Konstruktion, die das virtuose Spiel für den Zuschauer sichtbar werden lässt, war eine Elektronik, die ohne den üblichen Schaltschrank im schlanken Spieltisch Platz findet.
Die eigens für dieses Projekt entwickelte Orgelpunkt-Elektronik löst diese Aufgabe und stellt zudem eine Midi-Anbindung des historischen Instruments zur Verfügung.
Stacks Image 327
Die Harder-Völkmann-Orgel im Stockwerk, Gröbenzell, ist die vermutlich größte Privat-Orgel Europas. Um eine historische Faust-Orgel aus dem Jahr 1953 entstand durch 12 zusätzliche Einzelton-Windladen ein Instrument mit fast unbegrenzten Möglichkeiten.
Auszüge und Kombinationen aus den verschiedenen Werken ermöglichen Klangfarben, die weit über die klassisch gebauten Register hinausgehen.
Die Steuerung des spektakulären Klangkörpers übernimmt ein von Orgelpunkt entwickeltes neuartiges Bus-System, das die Register- und Toninformationen dezentral in den verschiedenen Windladen flexibel verknüpft.
Die Schalteinheiten verhindern durch ein patentiertes Verfahren das Auftreten von "Tonlöchern", wenn verschiedene Töne aus unterschiedlichen Registern auf denselben Pfeifen gespielt werden sollen. Damit gehört ein Grundproblem der schon Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten Multiplex-Technik endlich der Vergangenheit an.
Stacks Image 336
Stacks Image 342
Stacks Image 334
Stacks Image 348
Bei der Restaurierung der Steinmeyer-Orgel in der Ludwig-Maximilians-Universität, München ("Weiße Rose Orgel") setzt Harder-Völkmann erneut die aus der Zusammenarbeit im Stockwerk hervorgegangene Orgelpunkt-Elektronik ein.
Zusätzlich zum originalgetreuen elektrischen Spieltisch kann das elektro-pneumatische Instrument nun über Funk auch von digitalen Spieltischen oder über Midi-Keyboards gespielt werden.
Die klanglichen Möglichkeiten der historischen Orgel kann nun bei Konzerten in neuer Kombinationen und in Symbiose mit elektronischen Klangerzeugern eingesetzt werden.